Globalisierung und Möglich Vereinigende modelle Eine Provisorische Schlussfolgerung

von den Schülern der V A (*) koordiniert von der Geschichte -und Philosophielehrerin M.Cristina Mirabello

übersetzt von Elisa Rossetti            Italian Version

 

Der Text, in dem ihr nachschlagen könnt, betrifft die Globalisierung unter einer Vielfalt von Aspekten. Sie sind zum teil schon in dem vor drei Jahren zurϋckliegenden Entwurf vorhanden, zum teil zu den hin und wieder epochalen Ereignissen, die in der Zwischenzeit geschehen sind, zurϋckzufϋhren. Man braucht nur an den terroristischen Angriff an die Twin Towers und an die darauffolgenden weltweiten Konsequenzen zu denken.

Als wir im Schuljahr 1999-2000 unsere Arbeit begonnen haben, glaubten wir, dass die Geschichte ein Ende genommen hatte, oder besser gesagt, dass die Geschichte der Globalisierung (im Guten und im Schlechten) schon geschrieben worden  war. Im Laufe der Zeit wurde uns bewusst, das die Dinge viel komplizierter waren, und wir haben gelernt, uns nicht mit historisch sondern auch philosophisch verwickelten Problemen zu konfrontieren. Dabei hat uns Inhalt der Philosophie des 5.Schuljahres, vor allem was den Begriff von Geschichte, Historismus, Ende der Geschichte und Zeit betriff, sehr geholfen. Wir haben zum Beispiel gelernt, dass der Historismus tendenziell eine lineare Vision der Geschichte hat und  dass diese in einer Art von  “endgϋltigem Modell“ ausläuft.

Dieses Modell stellt sich als ein Ende und eine Vervollkommnung eines Entwicklungsprozesses dar, sei es der hegelschen Idee oder der marxistischen wirtschaftlich-sozialen Formationen.

Nur dass dieser Ausgang die Geschichte gewissermassen zu leugnen scheint, wenn man unter Geschichte eine reale Veränderung im Laufe der Zeit versteht. Nach diesem Ausgang bleiben nämlich nur Ereignisse, ohne zusätzliche Bedeutungen: Es verändert sich das Äussere, aber nicht der Sinn der Dinge. Gerade diese Auffassung hat dazu gebracht, uns zu fragen, ob es unter den Theoretikern der Globalisierung, die als vereinigendes, endgϋltiges und notwendiges Modell zu verstehen ist, Forscher des Historismus gibt.

Demnach sind wir auf den Gedanken eines amerikanischen Forschers unserer Zeit gestossen, Francis Fukuyama, Autor des Buches “Das Ende der Geschichte und der letzte Mensch“, der weltweit viele Debatten ausgelöst hat. In diesem Buch, in dem wir den letzten Kapitel untersucht haben, hat uns das Bild, das den Orientierungsprozess der Menschen von heute darstellt, sehr beeindruckt . Dieser Prozess wird nicht mit etwa tausend Trieben, die aus blϋhenden Pflanzen spriessen, verglichen, sondern mit einer langen Wagenkolonne entlang einer Strasse.

Einige Wagen werden sich entschlossen zu einer Stadt richten, andere zur Wϋste fϋr ein Feldnacht-lager, andere werden sich an den letzten Bergpass festklemmen, andere, von Indianern  angegriffen, in Flammen aufgehen und auf der Strasse verlassen, auch wenn die Mehrheit der Wagen ihren langsamen Weg in die Stadt fortsetzen wird und fast alle es schaffen werden, ans Ziel zu gelangen.

Nach Fukuyama Meinung ist die Stadt, zu der sich alle Wagen richten, die Liberaldemokratie. Sie charakterisiert den Westen, der mit der Globalisierung endet.

Die Gesamtheit des Phänomens Globalisierung und ihr vielseitiger Widerspruch führt uns jedoch nochmals zu der Frage, und das ist das Schöne an der Philosophie, die ein immer “fragend  Vorwärtsgehen“ ist, wie Sokrates sagen wϋrde, ob es wirklich so ist.

 

(*) Die 5.Klasse italienischen “Liceo“ entspricht der 13.Klasse eines deutschen Gymnasiums